Am 18. Januar 2026 gegen etwa 19:00 MEZ löste auf der Sonne in der aktiven Region 4341 eine starke Sonneneruption aus, ein sogenannter X-Klassen-Flare der Stärke X1.99. Bei diesem Ereignis wurde eine große Wolke aus geladenem Sonnenmaterial, ein koronaler Massenauswurf (CME), in den Weltraum geschleudert, und ein Teil davon war gerichtet in Richtung Erde. Die führende Schockfront dieses Massenauswurfs erreichte demnach Geschwindigkeiten von rund 1 470 km/s und machte sich auf den Weg zu unserem Planeten.
Die Erwartung vieler Vorhersagen war, dass der Sonnensturm die Erde am frühen 20. Januar 2026 treffen könnte, doch spätere Analysen und Beobachtungen zeigen, dass die CME-Struktur tatsächlich bereits am 19. Januar 2026 ankam, teils schon am Abend des 19. Januar nach UTC-Zeit. Dies war deutlich früher als manche ursprünglichen Prognosen, die noch einen Einschlag nach Mitternacht am 20. Januar angaben. Die hohe Geschwindigkeit des CMEs und sein erdgerichteter Anteil führten zu starken geomagnetischen Reaktionen, die unter anderem von Raumwetter-Beobachtungsstationen registriert wurden. Behörden wie das SWPC/NOAA gaben aufgrund des Ereignisses Warnungen für einen starken bis schweren geomagnetischen Sturm (G3–G4) heraus, was auch das Potenzial für Polarlichter bis in mittlere Breiten signalisierte.
Es wurde dann ein heftiger G4-Sturm, als ich um kurz nach 20 Uhr MEZ die Kamera draußen aufbaute war allerdings noch nichts zu sehen. Kurz vor 21 Uhr MEZ zeichnete sich dann der erste rote Schimmer am Horizont ab. Zunächst nur fotografisch, aber eine halbe Stunde später auch visuell. Ein erstes kleines Maxium gab es um 22 Uhr MEZ, unter dem nun deutlich roten Vorhang aus sich bewegenden Beamern wurde auch der grüne Bogen sichtbar. Eine weitere Viertel Stunde später flackerte plötzlich südlich vom grünen Bogen ein grünes Band auf, dass sich sehr schnell veränderte. Eine sogenannte Protonen-Aurora. Diese erstrecke sich bis weit in den Südhimmel und streifte dort den Orion. Auch am Ost- und Westhimmel waren immer wieder grüne Flecken zu sehen, die sich ab und an im Süden zu berühren schienen. Dies ging bis etwa 23:15 Uhr MEZ so, dann sank die Aktivität schnell ab.
Auch am nächsten Abend war die Magnetosphäre noch so geladen, dass es erneut für zwei kleinere Substürme ausreiche. Gegen 18:30 und 19:30 flackerten für einen kurzen Moment rote Beamer auf. Der grüne Bogen war horizontnah die ganze Zeit über zu erkennen und viel als Himmelsaufhellung schon auf dem Weg nach Hause auf.
Die Bildbearbeitung zum Zeitpunkt der größten Aktivität war schwierig, weil genau zu diesem Zeitpunkt eine sehr helle Terrassenbeleuchtung anging. Der Gradient war ziemlich heftig und ich hab bestmöglich versucht ihn zu entfernen. Gleichzeitig beschlug aber auch das Objektiv, im Endergebnis flackert es im Zeitraffer daher. Außerdem ist auf manchen Bildern die Maskierung des Gradienten leicht zu erkennen.
Das Zeitraffer-Video gibt es bei YouTube oder direkt hier:
Technische Daten
- Sony Alpha 7 Mark III mit Viltrox 16mm f1.8
- Stativ, keine aktive Nachführung
- Aufgenommen am 19.01.2026 um 20:19 bis 23:27
- Blende 2.2
- ISO 1.600 / 1.000
- Belichtung 6s / 4s











